Traun Mitte

städtebaulicher Konzeptwettbewerb – 3.Preis

Mitarbeit Miku Hayashi
Landschaftsarchitekten: michellerundschalkGmbH landschaftsarchitektur und urbanismus, München

KULTURDORFSTADT TRAUN

Städtebaukonzept

Die Dorfstadt Traun soll sich in Zukunft als „kulturelle Dorfstadt“ mit umfangreichen Angeboten mit Kulturhotel, Stadtsaal, Wasserschloss Traun und Spinnerei im alten Flair von Industriegelände positionieren. Das Schloss Traun soll durch den Rückbau zum Wasserschloss wieder seinen Glanz erhalten und Wahrzeichen der Dorfstadt Traun werden. Die kulturellen Bauten sind zentral, in ummittelbarer Nähe des Schlosses situiert, so dass ein neues „Kulturzentrum“ mit den bestehenden Kulturangeboten entsteht.

Grüne Trittsteine und Urbane Trittsteine
In stadtstruktureller Hinsicht soll im Stadtgebiet/Stadtzentrum von Traun ein Netz aus Trittsteinen mit jeweils eigenem Charakter entwickelt werden. Grüne Trittsteine sind dabei durchgrünte Parks, Urbane Trittsteine befestigte Plätze mit städtischem Charakter und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Den bestehenden Grünen Trittsteinen „Schlosspark“ und „Bahnhofstrasse“ werden zwei neue Grüne Trittsteine, „Spinnereipark“ und „Wassergrabenpark“, hinzugefügt. Durch die Vernetzung aller Trittsteine untereinander mit Fuß- und Radwegen stellen diese wichtige Grünräume einer Verbindung aus dem Zentrum zum Naherholungsgebiet Oedter-See dar. Zusätzlich zu den bestehenden Urbanen Trittsteinen „Hauptplatz“ und „Kirchenplatz“ integriert der neue Urbane Trittstein „Kulturgelände Alte Spinnerei“ das Spinnereiareal in die Abfolge städtischer Plätze. Entlang der Kremstalstrasse geben baumbestandene Inseln dem Strassenraum einen eigenen Charakter und integrieren Tram-Haltestellen entlang der neuen Trassenführung sowie Parkplätze.

Der Charakter der Dorfstadt wird gestärkt, in dem innerstädtische Brachflächen zu attraktiven Wohngebieten mit mix use Bauten (Wohnen/Arbeiten) und reinen Wohnbauten verdichtet werden.

Erweitertes Zentrum
Die ehemalige Tiefgarage am Volksheim wird komplett neu mit einer Wohnanlage errichtet. Der mix use Riegel, bestehend aus Wohnungen, Büro- und Ladenflächen, schirmt das Wohngebiet von der Straße ab und bildet einen innerstädtischen Hof mit Gemeinschaftsflächen. Im Innenhof befinden sich reine Wohnriegel mit West- und Ostorientierung. Unter dem Innenhof befindet sich die neue Tiefgarage mit zusätzlichen Parkplatzangeboten. Das erweiterte Zentrum enthält hauptsächlich 2- bis 3- Zimmerwohnungen. In mix use Bauten sind für „work at home“-Menschen 4- Zimmermaisonettewohnungen enthalten. Auf den Wohnriegel sind Photovoltaikflächen vorgesehen.

Zentrumnahes Wohnen
Die ehemalige Industriebrachfläche behält die Spinnerei in seinem „Footprint“ und soll als „Landmark“ der neuen Siedlung werden. Die Spinnerei erhält einen Vorplatz,wird zeitgemäß neu strukturiert und gewinnt zusätzlich Fläche. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kulturhotel, welches mit dem Wasserschloss Traun, dem Stadtsaal, Landesmusikschule in Synergieeffekt steht. An den Straßen befinden wich wie beim erweiterten Zentrum mix use Bauten mit Vorplätzen. Der Mühlbach wird an einigen Stellen für die Wohnsiedlungen geöffnet. Die Punkthäuser im Süden sind reine Wohnhäuser mit privaten Gärten im Erdgeschoss und 2- bis 4- Zimmerwohnungen, und jedes Geschoss bietet zusätzlich zur Loggia der einzelnen Wohnungen Gemeinschaftsfläche in Form von „Großloggia“.

Verkehrskonzept
Die neue Tramlinie aus Linz fährt durch die Kremstalstraße und hält im Wettbewerbsgebiet am Hauptplatz und vor dem Kulturhotel und Wasserschloss Traun. Die Kremstalstraße wird mit weiteren Inseln zum „Anger“ umformuliert, so dass sie in der Durchschnittsgeschwindigkeit gebremst wird. Die Parkplätze werden in den Inseln integriert. Die Heinrich Gruberstraße ist am Tag für begrenzte Zeit für den öffentlichen Verkehr frei. Die Heinrich-Gruberstraße, die mit attraktiv neu gestaltet wird, dient tagsüber als Einkaufspassage für Fußgänger. Die Citybuslinien halten jeweils wie die Tram. Die grünen Trittsteine enthalten attraktive Fuß- und Radwege. Nur an einigen Stellen kreuzen diese die Straßen. Für den ruhenden Verkehr wird ein dezentrales System mit einer Mischung aus oberirdischen Kurzzeitparkplätzen, Wohn- und Anliegertiefgaragen und fußläufig erreichbare Langzeitparkplätzen vorgeschlagen.

Freiflächenkonzept

Grüne Trittsteine „Spinnereipark“ und „Wassergrabenpark“
Durch die Freilegung des verrohrten Mühlbaches werden beide Parks durch Wassergräben mit jeweils einer harten und einer weichen Kante charakterisiert. Die weiche Kante begleitet ein Schilfgürtel in dem Plätze am Wasser eingebettet sind. Im Wassergrabenpark ist die harte Kante als Zuwegung zu den Wohnhäusern und Fuß- und Radweg durch den Park ausgebildet. Die Harte Kante im Spinnereipark bilden Rasenstufen zum Wasser sowie die Freiflächen des Kulturhotels mit angrenzendem Schwimmbecken und Terrasse am Wasser.

Stadtpark als „Konzertgarten“
Durch den Bau der Stadthalle und der Landesmusikschule im Bereich des Stadtparks bekommt dieser eine neue Bedeutung. Ein am Stadtpark liegender Vorplatz dient als aufgeweiteter Eingangsbereich zur Stadthalle und als Freischankfläche.

Grüner Trittstein „Schlosspark“
Um das Kultur-Schloss-Traun zu einem erkennbaren Wasserschloss zu machen wird der Wassergraben im Westen und Norden ergänzt. Im nördlichen Bereich des Parks werden Parkbäume ergänzt, das Ensemble dadurch komplettiert und das Schloss in eine Parklandschaft eingebettet.

Urbaner Trittstein „Kulturgelände Alte Spinnerei“
Die Umnutzung des alten Spinnereigeländes hin zu einem Kulturzentrum mit Veranstaltungsflächen, Bühnen und Bewirtung soll einen entsprechenden Freiraum erhalten. Die große Freifläche im Eingangsbereich lässt sich multifunktional als Festplatz und für kulturelle Veranstaltungen nutzen.
Die für Großveranstaltungen notwendigen Parkplatzflächen liegen nördlich der Spinnerei und ergänzen die Parkmöglichkeiten für Einkäufe in der Bahnhofstrasse sowie Parkbesuche in den Grünen Trittsteinen.

Freiflächen „Erweitertes Zentrum“ und „Zentrumsnahes Wohnen“
Die Freiflächen des Wohngebietes „Erweitertes Zentrum“ kennzeichnet ein große Anteil an Gemeinschaftsflächen für die Bewohner, die privat bewirtschaftet werden können. Als Pendant zu den Balkonen besitzen die Bewohner der Erdgeschosse eigene Terrassenflächen. Im Gegensatz zum „Erweiterten Zentrum“ zeichnet sich das „Zentrumsnahe Wohnen“ durch einen hohen Anteil großzügiger Privatgärten aus. Die Erschließung der Gebäude erfolgt durchgehend von Norden um großzügige südseitige Gärten zu ermöglichen und die Gebäude von der ruhigeren Parkseite betreten zu können.